Das erste Handy – so sieht das älteste Handy aus

Das erste Handy – so sieht das älteste Handy aus – Handy sind aus unserem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. In den letzten Jahren hat sich einiges auf dem Bereich der Mobilfunktelefone getan, sodass es heute Smartphones gibt, die schon für einen erschwinglichen preis gekauft werden können. Auch die Modell- und Anbietervielfalt ist sehr groß geworden. Heute kann man sich kaum entscheiden, welches Handy es denn werden soll.

Zu verdanken haben wir das alles Dr. Martin Lawrence Cooper, denn dieser hatte 1973 den Prototypen des ersten Mobiltelefons entwickelt. Cooper war ein Sohn von ukrainischen Einwanderern, der 1928 in Chicago geboren wurde. Er entwickelte für Motorola das DynaTAC 8000X, das erste Mobiltelefon der Welt. Später wurde er dann Vize-Präsident von Motorola.

Der Name des ersten Handys von Motorola steht für „Dynamic Edaptive Total Area Coverage“ und soll betonen, dass man damit überall telefonieren konnte. Es war schließlich eine Neuheit, dass man ohne Kabel und Anschluss an eine Leitung telefonieren konnte. Das erste Gespräch mit dem Prototypen führte Cooper am 3. April 1973 in New York City. Das DynaTAC 8000X wog fast 800 Gramm und hatte eine Gummiantenne, die 20 Centimeter lang war. Doch nicht nur die Antenne hatte eine erstaunliche Länge. Insgesamt schafft es das Gerät auf die stattlichen Maße von  33 x 4,5 x 8,9 cm. Das heißt das Handy war mit heutigen Geräten überhaupt nicht zu vergleichen und völlig unhandlich. Cooper soll zu einem späteren Zeitpunkt über seine Erfindung gesagt haben:

„Es hat zwar nur eine Batterielaufzeit von 20 Minuten, was aber auch nicht weiter tragisch ist, denn länger kann man das Telefon sowieso nicht hochhalten.“

Es dauerte jedoch viele weitere Jahre bis das Handy massentauglich wurde. Erst 1983 konnte es endlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Am 21. September 1983 bekam das Handy dann die Zulassung von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission). Ab 1948 konnte das Handy dann gekauft werden. Doch leisten konnte sich das Luxusgerät damals wohl nur die wenigsten. Das Gerät kostete zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 3995 Dollar und damit für die meisten unbezahlbar. Der Neupreis des Handys entspräche heute Inflationsbereinigt etwas 8600 Euro. Angeblich wurde das Handy dann jedoch allein im ersten Jahr 300.000 Mal auf dem ganzen Globus verkauft.

Stolze Besitzer dieses Mobiltelefons konnten ganze 30 Nummern einspeichern und diese von unterwegs aus anrufen. Das war für damalige Verhältnisse ein unglaublich Fortschritt. Heute würde man ein Handy mit diesen technischen Daten jedoch nur belächeln, denn der minimalen Laufzeit stand eine extrem lange Ladezeit gegenüber. Das DynaTAC 8000X brauchte ganze 10 Stunden um wieder aufgeladen zu werden.

Video: das erste Handy auf der Welt

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Das erste Smartphone in Deutschland

Wenn wir vom ersten echten, digitalen Mobiltelefon nach modernem GSM-Standard sprechen – also einem Gerät, das man wirklich in einer Hand halten konnte und das mit einer SIM-Karte funktionierte –, dann gibt es einen klaren Pionier in Deutschland: das Motorola International 3200.

Eingeführt wurde es im Jahr 1992 zum Start der neuartigen, digitalen D-Netze (D1 von der Telekom und D2 privat). Aufgrund seiner charakteristischen Form und stattlichen Maße erlangte das Telefon in Deutschland schnell Kultstatus unter dem Spitznamen „Der Knochen“.

  • Damaliger Preis: Als diese Geräte in den 1990er Jahren auf den Markt kamen, kosteten sie rund 3.000 DM (inflationsbereinigt heute ca. 2.000 bis 3.000 Euro). Hinzu kamen sehr hohe monatliche Gebühren und Minutenpreise.
  • Heutiger Preis (Sammlerwert): Heute sind diese Geräte begehrte Sammlerobjekte. Je nach Zustand und Seltenheit können gut erhaltene Modelle des Motorola DynaTAC 8000X für mehrere tausend Euro gehandelt werden.

Geräte dieser Art sind heute in den Technik-Museen (beispielsweise dem Telefonmuseum in Jena) zu finden. Nutzen kann man sie leider nicht mehr, da kein passendes Netz mehr zur Verfügung steht.

Die harten Fakten zum ersten deutschen Handy

Wer 1992 mobil erreichbar sein wollte, musste nicht nur tief in die Tasche greifen, sondern auch körperlich fit sein. Die technischen Daten des Motorola International 3200 klingen aus heutiger Sicht abenteuerlich:

  • Gewicht: Knapp über 500 Gramm (mehr als zweieinhalbmal so schwer wie ein modernes Smartphone).
  • Maße: Rund 33 Zentimeter lang (inklusive der langen, flexiblen Antenne).
  • Akkulaufzeit: Der klobige Akku reichte für gerade einmal knapp ein bis zwei Stunden Gesprächszeit oder rund 8 bis 10 Stunden im Standby. Danach musste er stundenlang in die Ladeschale.
  • Display: Ein einzeiliges LED-Display, das lediglich Telefonnummern und den Akkustand in klobigen roten oder grünen Ziffern anzeigen konnte. SMS schreiben oder empfangen? Fehlanzeige.
  • Preis: Das Gerät kostete bei der Markteinführung zwischen 3.000 und 8.000 D-Mark (umgerechnet und inflationsbereinigt ein kleines Vermögen). Hinzu kamen extrem teure Minutenpreise in den damals brandneuen Netzen.

Die Vorgänger: Tragbar, aber keine „Handys“

Wenn man den Begriff „Mobiltelefon“ etwas weiter fasst, gab es in Deutschland schon vor 1992 mobile Geräte. Diese basierten auf den alten, analogen Netzen (A-Netz ab 1958, B-Netz ab 1972 und C-Netz ab 1985). Diese Technik war jedoch so riesig, dass man sie unmöglich in die Hosentasche stecken konnte:

Die Autotelefone

In den 50er- bis 80er-Jahren waren Mobiltelefone fest im Auto verbaut. Die eigentliche Sende- und Empfangseinheit war so groß wie ein Reisekoffer und dauerhaft im Kofferraum montiert. Am Armaturenbrett saß lediglich der Bedienhörer.

Die „Portables“ (Schlepptop-Telefone)

In den späten 80er-Jahren (C-Netz) kamen die ersten tragbaren Geräte auf. Diese sahen aus wie eine Kreuzung aus einer Autobatterie und einem Feldtelefon. Sie wogen stolze 2 bis 5 Kilogramm und wurden an einem Schultergurt getragen. Das bekannteste Beispiel hierfür war das Siemens C1. Man konnte damit zwar außerhalb des Autos telefonieren – ein „Handy“ im heutigen Sinne war dieser Koffer aber noch lange nicht.

Während man in den 80er-Jahren noch kofferweise Technik mit sich herumschleppen musste, läutete das Motorola International 3200 im Jahr 1992 die Ära des echten Mobilfunks in Deutschland ein. Es war das erste Telefon, das unabhängig vom Auto oder schweren Tragetaschen nur in der Hand gehalten wurde. Es war der Urvater aller Mobiltelefone, die in den darauffolgenden Jahrzehnten den deutschen Markt eroberten.


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