Nachdem der US-Technologiekonzern Apple die europäischen Digitalgesetze für die Verschiebung seiner neuen KI-Funktionen in Europa verantwortlich gemacht hat, folgt nun die deutliche Reaktion aus Brüssel. Die EU-Kommission weist jegliche Schuldzuweisungen von sich und nimmt stattdessen den iPhone-Hersteller in die Pflicht: Wer auf dem europäischen Markt agieren wolle, müsse Standards einhalten, statt unzulässige Sonderregelungen zu fordern.
Der regulatorische Druck auf die großen Technologiekonzerne im Silicon Valley nimmt weiter zu. Die Europäische Kommission hat Vorwürfe des US-Riesen Apple bezüglich der Verzögerung seines neuen KI-Assistenten „Siri AI“ in der Europäischen Union entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde stellte am Dienstag klar, dass die Entscheidung, den neuen KI-Dienst vorerst nicht in Europa einzuführen, einzig und allein in der strategischen und technischen Verantwortung des US-Konzerns liege. Brüssel lasse sich nicht als Sündenbock für hausgemachte Implementierungsprobleme darstellen.
Klares Nein zu Sonderwünschen: Apple forderte 18 Monate Ausnahme
Aus den Kreisen der Kommission wurden zudem konkrete Details über die Verhandlungen im Vorfeld bekannt. Demnach habe Apple versucht, sich weitreichende Privilegien zu sichern: Der iPhone-Hersteller forderte eine umfassende Ausnahmeregelung von den Pflichten des Digital Markets Act (DMA) für einen Zeitraum von 18 Monaten.
Die europäische Wettbewerbsbehörde lehnte dieses Ersuchen jedoch konsequent ab. Nach Ansicht der Kommission sei der Konzern schlicht nicht in der Lage gewesen, technische Lösungen zu entwickeln, die den hohen europäischen Standards für Datenschutz und IT-Sicherheit entsprächen. Der DMA sieht vor, dass sogenannte „Gatekeeper“ ihre Ökosysteme für fairen Wettbewerb und Interoperabilität öffnen müssen – ein Prinzip, das Apple bei seinen Kernfunktionen traditionell restriktiv handhabt.
Stimmen aus den Brüsseler Behörden: „Die europäischen Gesetze sind dazu da, den Wettbewerb zu schützen und die Sicherheit der Verbraucher zu garantieren. Sie sind kein Verhandlungsgegenstand für Konzerne, die ihre geschlossenen Systeme nicht rechtzeitig an moderne Standards anpassen können.“
Apples Argumentation: Das „riskante Experiment“ mit Nutzerdaten
Apple-Marketingchef Greg Joswiak hatte zuvor die Verzögerung mit den tiefgreifenden Anforderungen der künstlichen Intelligenz begründet. Virtuelle KI-Assistenten benötigten einen historisch beispiellosen Zugriff auf die persönlichen Daten der Nutzer, um effektiv zu funktionieren. Die EU-Wettbewerbsregeln würden von Apple verlangen, sensible Schnittstellen zu öffnen, was laut Joswiak einem „riskanten Experiment mit Millionen von Kunden“ gleichkomme.
Als direkte Folge des DMA verschöben sich in der EU neben Siri AI auch weitere eng verzahnte Ökosystem-Funktionen, wie die Spiegelung des iPhone-Bildschirms auf Mac-Computern sowie die Live-Übersetzung bei den AirPods.
Hohe wirtschaftliche Einsätze im regulatorischen Clinch
Für Apple steht auf dem europäischen Kontinent wirtschaftlich viel auf dem Spiel. Der europäische Markt ist für das Unternehmen aus Cupertino keine Randnotiz, sondern eine tragende Säule des globalen Geschäfts: Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Apple fast 27 Prozent seines gesamten Konzernumsatzes in Europa.
Gleichzeitig zeigt die EU mit dem DMA scharfe Zähne, was die Durchsetzung betrifft. Bei systematischen Verstößen gegen die Marktregeln sieht das Gesetz drakonische Sanktionen vor: Die EU-Kommission kann Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Angesichts dieser Umsatzdimensionen bewegen sich beide Parteien auf einem juristischen und wirtschaftlichen Pulverfass, bei dem Brüssel nun unmissverständlich klargestellt hat, dass der europäische Verbraucherschutz nicht für die Innovations-Timeline einzelner Marktteilnehmer geopfert wird.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
