iPhone: merkwürdige Seite geöffnet – kann man dadurch einen Virus bekommen?

Viele Nutzer kennen das Problem: man öffnet eine Link oder klickt auf ein Suchergebnis und statt der gewünschten Seite kommt eine merkwürdige Anzeige, eventuell auch ein Gewinnspiel oder Popups mit Warnungen, dass das eigene iPhone gehackt wurde. Oft sind auch manipulierte Links im Spiel. Das kommt leider immer wieder vor und viele Verbraucher fragen sich dann, ob bereits so ein Aufruf einer Webseite ausreicht, um das iPhone zu hacken und ob man dann bereits Malware auf den Geräten hat.

Leider ist die Antwort auf diese Frage nicht ganz so einfach und daher wollen wir hier klären, welche Gefahren es durch einen solchen Aufruf gibt und wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält.

iPhone: merkwürdige Seite geöffnet – kann man dadurch einen Virus bekommen?

Die Infektion eines iPhones mit Malware durch den reinen Besuch einer kompromittierten Webseite ist technisch möglich, bei aktuellen Geräten jedoch sehr unwahrscheinlich. In den meisten Fällen bleibt der Besuch einer solchen Seite folgenlos, solange keine aktiven Klicks auf Links erfolgen oder Software manuell installiert wird. Zwar gelten iOS-Geräte traditionell als sehr sicher, sie sind jedoch nicht mehr vollständig immun gegen moderne Bedrohungen.

Der Infektionsweg kann dabei über verschiedene Kanäle verlaufen:

  • Ausnutzung von Sicherheitslücken: Hacker nutzen Schwachstellen im Safari-Browser oder im Betriebssystem aus. Dies stellt primär bei älteren Modellen ein Risiko dar, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.
  • Drive-by-Downloads: Hierbei wird Schadcode ohne Zutun des Nutzers automatisch beim Laden der Seite heruntergeladen.
  • Social Engineering: Manipulative Inhalte oder Phishing-Versuche verleiten dazu, Dateien bewusst zu laden oder dubiöse Links zu bestätigen.

Insgesamt bleibt das Risiko einer Vireninfektion minimal, sofern keine Interaktion mit der Seite stattfindet. Es wird empfohlen, beim Erscheinen von Pop-ups keine Schaltflächen zu betätigen, sondern die Webseite umgehend zu schließen.

Was Sie tun können, um sich zu schützen:

  • Halten Sie Ihr iPhone auf dem neuesten Stand: Apple veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsupdates, die Schwachstellen schließen, die von Hackern ausgenutzt werden könnten.
  • Vermeiden Sie es, auf verdächtige Links zu klicken: Seien Sie vorsichtig bei Links in E-Mails, Textnachrichten oder Social-Media-Posts, insbesondere wenn sie von unbekannten Absendern stammen.
  • Laden Sie Apps nur aus dem App Store herunter: Apps aus dem App Store werden von Apple auf Sicherheit überprüft, während Apps aus inoffiziellen Quellen ein höheres Risiko für Malware darstellen.
  • Installieren Sie eine Sicherheitssoftware: Es gibt verschiedene Sicherheitssoftwareanwendungen für iPhones, die Ihnen zusätzlichen Schutz vor Malware bieten können.

Wenn Sie vermuten, dass Ihr iPhone mit Malware infiziert ist:

  • Ändern Sie sofort Ihre Passwörter: Dies schließt Ihr Apple-ID-Passwort, Bankkonto-Passwörter und alle anderen Passwörter ein, die Sie auf Ihrem iPhone verwendet haben.
  • Scannen Sie Ihr Gerät mit einer Sicherheitssoftware: Führen Sie einen Scan mit einer seriösen Sicherheitssoftware durch, um Malware auf Ihrem Gerät zu finden und zu entfernen.
  • Setzen Sie Ihr iPhone auf die Werkseinstellungen zurück: Dies sollte als letztes Mittel angesehen werden, da dadurch alle Ihre Daten auf dem Gerät gelöscht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es zwar möglich ist, sich mit Malware zu infizieren, wenn Sie mit Ihrem iPhone eine kompromittierte Website öffnen, aber Sie können sich mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen schützen. Halten Sie Ihr Gerät auf dem neuesten Stand, vermeiden Sie verdächtige Links, laden Sie Apps nur aus dem App Store herunter und erwägen Sie die Installation einer Sicherheitssoftware. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Gerät infiziert ist, ändern Sie sofort Ihre Passwörter, scannen Sie Ihr Gerät mit Sicherheitssoftware und setzen Sie es im Zweifelsfall auf die Werkseinstellungen zurück.

TIPP Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte ein aktuelles Backup installieren, dass vor dem Besuch der Webseite liegt. Dann gibt es gar keine Probleme mit eventueller Malware: iPhone Backup einspielen – so geht es

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So kann man das iPhone auf Schadsoftware prüfen

Um ein iPhone auf Schadsoftware zu prüfen, bedarf es aufgrund der geschlossenen Systemarchitektur von Apple (Sandbox-Prinzip) anderer Methoden als bei einem PC. Da klassische Virenscanner im iOS-System keinen Zugriff auf andere Apps haben, ist eine manuelle Überprüfung der Systemeinstellungen am effektivsten.

1. Analyse der installierten Profile und Geräteverwaltung

Schadsoftware oder Überwachungstools verstecken sich oft in Konfigurationsprofilen.

  • Pfad: Einstellungen > Allgemein > VPN und Geräteverwaltung.
  • Prüfung: Sind dort Profile aufgelistet, die nicht bewusst installiert wurden (z. B. durch den Arbeitgeber oder eine Uni), sollten diese umgehend entfernt werden. Ein unbekanntes Profil ist eines der deutlichsten Anzeichen für eine Manipulation.

2. Kontrolle der Akku- und Datennutzung

Schadprogramme arbeiten oft im Hintergrund und verbrauchen dabei Ressourcen.

  • Akkunutzung: Unter Einstellungen > Batterie lässt sich einsehen, welche Apps den meisten Strom verbrauchen. Taucht dort eine unbekannte App auf oder ist der Verbrauch einer App ungewöhnlich hoch, obwohl sie kaum genutzt wurde, ist Vorsicht geboten.
  • Datenvolumen: Unter Einstellungen > Mobilfunk kann der Datenverbrauch pro App kontrolliert werden. Hoher Datenverkehr bei unbekannten Anwendungen deutet auf einen Datentransfer im Hintergrund hin.

3. Überprüfung der App-Berechtigungen

Apps mit bösartigen Absichten benötigen oft Zugriff auf sensible Daten.

  • Datenschutz-Bericht: Unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > App-Datenschutzbericht lässt sich genau nachvollziehen, welche App wann auf das Mikrofon, die Kamera oder den Standort zugegriffen hat.
  • Tracking: Unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Tracking kann eingesehen werden, welche Apps versuchen, das Nutzerverhalten über andere Apps hinweg zu verfolgen.

4. Ausschluss eines Jailbreaks

Ein iPhone ist am anfälligsten, wenn der integrierte Schutzmechanismus durch einen Jailbreak ausgehebelt wurde.

  • Suche: In der Spotlight-Suche (nach unten wischen auf dem Home-Bildschirm) nach Apps wie „Cydia“, „Sileo“ oder „Checkra1n“ suchen. Finden sich diese Anwendungen auf dem Gerät, ohne dass dies beabsichtigt war, ist das System offen für Malware.

5. Prüfung auf ungewöhnliches Systemverhalten

Es gibt subtile Hinweise, die auf eine Kompromittierung hindeuten können:

  • Das Gerät wird im Standby-Modus ungewöhnlich warm.
  • Pop-ups erscheinen in Safari oder im System, selbst wenn keine Browser-App aktiv ist.
  • Apps stürzen häufiger ab als gewöhnlich oder das System reagiert stark verzögert.

Was tun im Verdachtsfall?

Falls der Verdacht besteht, dass das Gerät infiziert ist, helfen folgende Schritte:

  1. Neustart erzwingen: Dies kann flüchtige Schadsoftware im Arbeitsspeicher stoppen.
  2. Browser-Verlauf löschen: Unter Einstellungen > Safari > Verlauf und Websitedaten löschen.
  3. iOS-Update: Immer die neueste Version installieren, um Sicherheitslücken zu schließen.
  4. Werksreset: Als sicherste Methode gilt das Zurücksetzen des iPhones über einen Computer (iTunes/Finder), wobei kein Backup eingespielt werden sollte, das zum Zeitpunkt der Infektion bereits existierte.

Generell Hinweise und Hilfestellung für Apple und iPhone gibt es mittlerweile sehr umfangreich und für unterschiedliche Ansprüche:

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