Wer die Gesundheits- und Fitness-Funktionen seines Galaxy-Smartphones oder seiner Galaxy Watch im vollen Umfang nutzen möchte, steht aktuell unter Umständen vor einer drastischen Entscheidung. Samsung fordert einige Nutzer seiner „Samsung Health“-App derzeit über ein Pop-up-Fenster auf, der Verwendung ihrer sensiblen Gesundheitsdaten für das Training und die Modellierung von Künstlicher Intelligenz (KI) zuzustimmen. Wer ablehnt, verliert zentrale Funktionen.
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Die Cloud-Synchronisation als Druckmittel
Die Benachrichtigung mit dem Titel „Einwilligung in die Nutzung von Gesundheitsdaten für KI-Training und -Modellierung“ lässt wenig Spielraum. Verweigert ein Nutzer die Zustimmung oder widerruft eine bereits erteilte Einwilligung nachträglich in den Datenschutzeinstellungen, greift Samsung zu drastischen Maßnahmen:
- Stopp der Synchronisation: Die App stellt die Cloud-Synchronisation über das Samsung-Konto komplett ein. Trainingsdaten, Schlafananalysen oder Vitalwerte werden nicht mehr zwischen verschiedenen Galaxy-Geräten abgeglichen.
- Löschung bestehender Cloud-Daten: Bereits auf den Samsung-Servern gespeicherte Daten werden unwiderruflich gelöscht, es sei denn, gesetzliche Aufbewahrungspflichten zwingen das Unternehmen zum Erhalt. Die Historie der eigenen Fitness-Erfolge verbleibt in diesem Fall nur noch lokal auf dem aktuellen Gerät und geht bei einem Smartphone-Wechsel verloren.
Welche Daten will Samsung haben?
Die Bandbreite der geforderten Daten ist enorm und betrifft den absoluten Kernbereich der Privatsphäre. Samsung bittet um Zugriff auf:
- Aktivitäts- und Fitnessdaten
- Medizinische Berichte, Diagnosen und Medikationspläne
- Zyklus-Tracking-Daten
- Schlaf- und Ernährungsaufzeichnungen
Laut den Datenschutzhinweisen nutzt Samsung diese Informationen, um die Algorithmen der Gesundheits-App zu verfeinern und personalisierte KI-Coaching-Funktionen bereitzustellen. Dabei behält sich das Unternehmen explizit vor, dass die Daten im Rahmen des Entwicklungsprozesses auch einer menschlichen Überprüfung (Human Review) unterzogen werden können.
Kritik am Vorgehen des Herstellers
Obwohl Samsung die Daten nach eigenen Angaben für die Entwicklung neuer Features benötigt, stößt die Kopplung dieser Zustimmung an die Cloud-Sicherung auf massive Kritik. Viele Anwender empfinden das Vorgehen als Nötigung: Sie werden vor die Wahl gestellt, entweder die Kontrolle über hochsensible Gesundheitsdaten abzugeben oder den Verlust jahrelang gesammelter Datenhistorien in Kauf zu nehmen.
Für einen modernen Fitnesstracker ist die Cloud-Synchronisation kein optionales Premium-Feature, sondern die technische Basis. Mit dieser Strategie riskiert der südkoreanische Hersteller massiven Unmut bei seinen Kunden, die den Schutz ihrer Privatsphäre nicht gegen grundlegende App-Funktionen eintauschen möchten.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.








